NICHT ALLEINPFLEGECONSULTING BY KRAUSE
Rechtliches

Allgemeine Geschäftsbedingungen

Stand: 29. Juni 2026.

§ 1 Geltungsbereich und Begriffsbestimmungen

(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge über Beratungsleistungen zwischen Zeno Krause, Consulting by Krause, handelnd unter der Geschäftsbezeichnung „NICHT ALLEIN", Rüstringerstraße 35, 26316 Varel (nachfolgend „Anbieter"), und dem jeweiligen Kunden, die über die Website nichtallein.help, über telefonische Anfrage oder über elektronische Korrespondenz geschlossen werden.

(2) Verbraucher im Sinne dieser AGB ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können (§ 13 BGB).

(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.

§ 2 Vertragsschluss

(1) Die Darstellung der Beratungspakete auf nichtallein.help/pakete stellt kein verbindliches Angebot dar, sondern eine Aufforderung an den Kunden, ein Angebot abzugeben (invitatio ad offerendum).

(2) Der Kunde gibt durch das Auswählen eines Pakets, das Durchlaufen des Buchungsprozesses und das Absenden der Bestellung ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Beratungsvertrags ab.

(3) Der Anbieter nimmt das Angebot des Kunden an, indem er die Zahlung über den Zahlungsdienstleister einzieht und dem Kunden unverzüglich die Buchungsbestätigung sowie den Beratungsvertrag in Textform per E-Mail bereitstellt. Mit dieser Bestätigung kommt der Vertrag zustande.

(4) Die Vertragssprache ist Deutsch.

§ 3 Leistungsumfang

(1) Gegenstand des Vertrags ist die pflegefachliche und organisatorische Beratung pflegender Angehöriger. Der Anbieter erbringt Beratungsleistungen für pflegende Angehörige in dem Umfang, der sich aus der Beschreibung des jeweils gebuchten Pakets auf nichtallein.help/pakete ergibt. Die einzelnen Pakete umfassen das Klarheits-Gespräch (Erstberatung 30 Minuten), die Antragsbegleitung Pflegegrad (drei Termine plus laufender Mail-Support), das Akut-Begleitpaket (drei Monate Begleitung mit vier Terminen) und die Eskalations-Beratung Einrichtung (90 Minuten zuzüglich schriftliches Strategie-Papier). Das Strategie-Papier enthält ausschließlich pflegefachliche und organisatorische Handlungsempfehlungen und keine rechtliche Einzelfallprüfung oder Widerspruchsbegründung.

(2) Die Beratung erfolgt nach bestem Wissen und auf Grundlage der dem Anbieter zum Zeitpunkt der Beratung vorliegenden Informationen.

(3) Der Anbieter schuldet die sorgfältige Durchführung der Beratung als Dienstleistung im Sinne der §§ 611 ff. BGB. Ein bestimmter Beratungserfolg, insbesondere die Erteilung eines Pflegegrades, die Bewilligung einer Leistung durch Pflegekassen oder Sozialleistungsträger oder ein bestimmtes Ergebnis behördlicher oder gerichtlicher Verfahren, wird ausdrücklich nicht geschuldet.

§ 4 Abgrenzung zu erlaubnispflichtigen Tätigkeiten

(1) Die Leistungen des Anbieters stellen keine Rechtsdienstleistung im Sinne des § 2 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) und keine Rentenberatung im Sinne des § 10 RDG dar. Konkrete rechtliche Prüfungen des Einzelfalls, die rechtliche Bewertung von Bescheiden, die rechtliche Vertretung gegenüber Behörden, Gerichten oder Dritten sowie die Auslegung von Einzelfällen rechtlicher Sachverhalte erfolgen nicht.

(2) Der Anbieter legt insbesondere keine Widersprüche oder Klagen ein, begründet diese nicht und vertritt den Kunden nicht gegenüber Pflegekassen, Sozialleistungsträgern, Behörden oder Gerichten. Der Anbieter informiert allgemein über das Bestehen von Rechtsbehelfen und deren Fristen und stellt allgemeine, nicht fallbezogene Vorlagen bereit, die der Kunde in eigenem Namen verwendet. Für die Einlegung und Begründung von Widersprüchen und für die rechtliche Vertretung verweist der Anbieter auf Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, insbesondere Fachanwältinnen und Fachanwälte für Sozialrecht.

(3) Die Leistungen des Anbieters stellen keine medizinische Behandlung, keine Heilbehandlung und keine Ausübung von Heilkunde dar. Der Anbieter wirbt nicht mit heilkundlichen Aussagen im Sinne des § 1 Heilmittelwerbegesetz (HWG). Bei medizinischem Beratungsbedarf verweist der Anbieter auf Ärztinnen und Ärzte.

(4) Die Leistungen des Anbieters stellen keine Pflegeberatung nach § 7a SGB XI und keinen Beratungsbesuch nach § 37 Abs. 3 SGB XI dar. Es handelt sich um ein privates, kostenpflichtiges Angebot; der Anbieter handelt nicht im Auftrag einer Pflegekasse. Die kostenlose Pflegeberatung der Pflegekassen und der Pflegestützpunkte nach § 7a SGB XI sowie die kostenlosen Auskunfts- und Beratungsansprüche gegenüber den Sozialleistungsträgern nach §§ 14, 15 SGB I bleiben unabhängig verfügbar und werden durch die Leistungen des Anbieters lediglich ergänzt.

(5) Die kostenlos auf nichtallein.help bereitgestellten digitalen Orientierungswerkzeuge, insbesondere die Pflegegrad-Orientierung und die Hilfsmittel-Orientierung mit Antragsvorlage, sind allgemeine, automatisierte Hilfen zur eigenen Orientierung des Nutzers. Sie sind nicht Gegenstand eines kostenpflichtigen Vertrags, treffen keine rechtliche oder medizinische Wertung des Einzelfalls und geben keine Zusage über eine Einstufung oder Bewilligung. Bereitgestellte Vorlagen sind allgemein gehalten; der Nutzer prüft, unterschreibt und reicht sie in eigenem Namen ein.

(6) Soweit einzelne Leistungen im Rahmen der pflegefachlichen Beratung ausnahmsweise rechtlichen Bezug aufweisen, erfolgen sie ausschließlich als erlaubte Nebenleistung im Sinne des § 5 Abs. 1 RDG, die zum Berufs- und Tätigkeitsbild der pflegefachlichen Beratung gehört und diese lediglich begleitet.

(7) Die Leistungen des Anbieters stellen keine Steuerberatung im Sinne des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) dar. Bei steuerlichem Beratungsbedarf verweist der Anbieter auf Steuerberaterinnen und Steuerberater.

§ 5 Honorar und Zahlungsbedingungen

(1) Die Höhe des Honorars ergibt sich aus dem gebuchten Paket. Sämtliche Preise verstehen sich als Bruttopreise inklusive der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer.

(2) Die Zahlung erfolgt im Voraus über den Zahlungsdienstleister Stripe Payments Europe Limited. Der Anbieter erstellt nach erfolgter Zahlung eine elektronische Rechnung sowie den Beratungsvertrag in Textform und stellt beide dem Kunden per E-Mail zur Verfügung.

(3) Befindet sich der Kunde mit fälligen Zahlungen in Verzug, ist der Anbieter berechtigt, die weitere Leistungserbringung bis zum vollständigen Zahlungseingang zurückzustellen.

§ 6 Terminänderung und Stornierung

(1) Vereinbarte Termine können vom Kunden bis 24 Stunden vor dem vereinbarten Beginn ohne Angabe von Gründen kostenfrei verlegt oder storniert werden. Die Stornierungs- oder Verlegungsanzeige hat in Textform an beratung@nichtallein.help zu erfolgen.

(2) Erfolgt die Stornierung oder Verlegung später als 24 Stunden vor dem vereinbarten Beginn oder erscheint der Kunde nicht zum vereinbarten Termin, ist der Anbieter berechtigt, eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 % des für den Termin vereinbarten Honorars in Anrechnung zu bringen. Ersparte Aufwendungen sowie ein etwaiger anderweitiger Erwerb des Anbieters werden hierauf angerechnet (§ 615 Satz 2 BGB). Dem Kunden bleibt der Nachweis vorbehalten, dass dem Anbieter überhaupt kein oder ein wesentlich geringerer Schaden entstanden ist.

(3) Erscheint der Kunde ohne vorherige Absage nicht zum Termin und werden Folgetermine deshalb ebenfalls hinfällig, gilt Absatz 2 entsprechend für die Folgetermine.

(4) Das gesetzliche Widerrufsrecht des Kunden (§ 7) bleibt von dieser Stornoregelung unberührt und geht ihr vor. Solange dem Kunden ein Widerrufsrecht zusteht und er dieses ausübt, fällt keine Aufwandsentschädigung nach Absatz 2 an; es gelten die Folgen des Widerrufs nach der Widerrufsbelehrung.

§ 7 Widerrufsrecht für Verbraucher

(1) Verbrauchern steht ein gesetzliches Widerrufsrecht im Sinne der §§ 312g, 355 BGB zu. Die Einzelheiten ergeben sich aus der gesonderten Widerrufsbelehrung, die dem Kunden vor Vertragsschluss zur Kenntnis gebracht wird und unter nichtallein.help/widerruf abrufbar ist.

(2) Stimmt der Kunde gemäß § 356 Abs. 4 BGB ausdrücklich und in Textform zu, dass mit der Erbringung der Dienstleistung vor Ablauf der Widerrufsfrist begonnen wird, erlischt sein Widerrufsrecht mit der vollständigen Erfüllung des Vertrags durch den Anbieter.

§ 8 Haftung

(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer fahrlässigen Pflichtverletzung des Anbieters oder einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Anbieters beruhen.

(2) Der Anbieter haftet ferner unbeschränkt für sonstige Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Anbieters oder einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Anbieters beruhen.

(3) Der Anbieter haftet bei einfacher Fahrlässigkeit nur für Schäden aus der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten). Wesentliche Vertragspflichten sind solche Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. Die Haftung ist in diesen Fällen auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.

(4) Soweit die Haftung des Anbieters nach den vorstehenden Absätzen nicht ohnehin unbeschränkt ist, ist im Rahmen der Haftungsbegrenzung die Haftung für mittelbare Schäden und entgangenen Gewinn auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt. Die Haftung für die Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit sowie bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit bleibt unberührt.

(5) Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten nicht im Anwendungsbereich des Produkthaftungsgesetzes und für arglistig verschwiegene Mängel.

§ 9 Verschwiegenheit und Datenschutz

(1) Der Anbieter verpflichtet sich zur Verschwiegenheit über sämtliche im Rahmen der Beratung mitgeteilten Tatsachen, insbesondere über Gesundheitsdaten und persönliche Lebensumstände des Kunden und der von ihm betreuten Personen. Diese Pflicht besteht auch nach Beendigung des Vertragsverhältnisses fort.

(2) Die Verschwiegenheitspflicht steht unter dem Vorbehalt gesetzlicher Auskunfts- und Mitteilungspflichten gegenüber Behörden, Gerichten und Strafverfolgungsorganen.

(3) Die Einzelheiten der Verarbeitung personenbezogener Daten ergeben sich aus der Datenschutzerklärung unter nichtallein.help/datenschutz.

§ 10 Anwendbares Recht und Gerichtsstand

(1) Auf das Vertragsverhältnis findet ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) Anwendung. Diese Rechtswahl gilt gegenüber Verbrauchern nur insoweit, als hierdurch nicht der durch zwingende Bestimmungen des Rechts des Staates, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, gewährte Schutz entzogen wird.

(2) Ist der Kunde Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuchs, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag der Sitz des Anbieters in Varel, Niedersachsen.

§ 11 Schlussbestimmungen

(1) Individuell zwischen den Parteien getroffene Vereinbarungen haben in jedem Fall Vorrang vor diesen AGB (§ 305b BGB). Im Übrigen bedürfen Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags der Textform.

(2) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, wird hierdurch die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. Anstelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmungen treten die gesetzlichen Bestimmungen.